Arbeitsweise
Einzelberatungen
Im Einzelgespräch ist es möglich, sehr individuell durch den Einsatz verschiedener Methoden (klientenzentrierte Gesprächsführung, syst. Strukturaufstellungen, Elemente aus der systemischen und der lösungsfokussierten Beratung, vielfältige Coachingmethoden, sowie hypnosystemische Interventionen; weitere Informationen zu den einzelnen Methoden siehe unter Links und weiter unten auf dieser Seite) auf die Bedürfnisse und Zielsetzungen der Klientin einzugehen. Sie entwickeln Strategien, mit den Erfordernissen des Lebens und des Berufs angemessen umzugehen, Ungelöstes zu bewältigen, Ressourcen zu entdecken, Selbstvertrauen zu stärken und ein freieres, selbstbestimmteres Leben zu gestalten.
Kurse
Ich biete Kurse zu verschiedenen Theme im Bereich Persönlichkeitsentwicklung an. Die konkreten Daten finden Sie unter dem Menüpunkt "Veranstaltungen."
Ich freue mich auf Sie!
Carl R. Rogers (1902 – 1987)
Der amerikanische Psychologe Carl R. Rogers hat die Methode der klientenzentrierten Gesprächsführung in Therapie und Berastung begründet und den Weg zu dessen weltweiter Verbreitung geebnet. Rogers hat zeitlebens erforscht, wodurch sich hilfreiche Beziehungen in Therapie, Beratung und anderen Bereichen auszeichnen und entwickelte seinen Ansatz bis ins hohe Alter weiter.
Im deutschsprachigen Raum wurde seine Methode vor allem durch das Ehepaar Reinhold und Annemarie Tausch eingeführt und bekannt gemacht.
Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus dem neuen Buch von Renate Daimler "Basics der systemsichen Strukturaufstellungen", welches im Herbst erscheinen wird. Der Text soll Ihnen ein wenig Hilfestellung geben, was systemische Strukturaufstellungen sind. Ich setze diese zusätzliche "Sprache" ebenfalls in meiner Arbeit ein.
Was sind Systemische
Strukturaufstellungen?
Von ihren Entwicklern und Gründern, Insa Sparrer und Matthias Varga
von Kibéd, eine »transverbale Sprache« genannt, sind die Systemischen
Strukturaufstellungen ein modernes Interventionssystem, das uns ermöglicht,
in der Beratung ganz neue Wege zu gehen. Wir erleben durch
die räumliche Darstellung von Themen durch sogenannte RepräsentantInnen
zunächst den »Ist Zustand« eines Systems aus Sicht unserer
jeweiligen KlientInnen und KundInnen und können dann durch hilfreiche
Interventionen neue Sichtweisen und Handlungsoptionen erforschen.
Das Bild zeigt uns aber auch, ob im abgebildeten System etwas fehlt,
und macht uns so auf eventuelle »hidden agendas« und »ausgeschlossene
Themen« aufmerksam, deren Beachtung zur Lösung eines Problems
günstig sein könnte. Wobei wir an dieser Stelle Systeme wörtlich nehmen
können, denn die klaren, zum Teil abstrakten Aufstellungsformate der
Systemischen Strukturaufstellungen und eine verständliche Grammatik
erlauben uns, jede Art von Zusammenhang zu betrachten, sei es eine Organisation,
ein Projekt, ein Logo, Arbeitsabläufe, Visionen, innere Anteile,
Familien, Körperorgane, Symptome, homöopathische Mittel, Drehbücher,
Romane usw.
»SySt ermöglichen uns, Modelle, die wir uns von der Welt bilden, als
sichtbare Bilder nach außen zu projizieren. Diese äußeren Bilder können
verändert werden. Die Veränderungen wirken dann über die KlientIn
wieder zurück auf das System, das wir abbilden. Mithilfe von SySt können
wir Systeme simulieren, um Veränderungsprozesse einzuleiten und mögliche
Auswirkungen zu testen«, schreibt Insa Sparrer in Systemische Strukturaufstellungen
(S. 9).
Diese Möglichkeit, Systeme zu simulieren, entsteht durch eine Fähigkeit
von uns, die die beiden Gründer mit dem Begriff »repräsentierende
Wahrnehmung« beschreiben. Das bedeutet, dass wir, obwohl wir ein System,
also z.B. eine Familie, ein Unternehmen usw., nicht kennen, in der
Lage sind, spontan Unterschiede in unserer Körperwahrnehmung zu spüren
und zu benennen, wenn wir zum Symbol für etwas werden.
Beeinflusst von den Gruppensimulationsverfahren, der systemischen
Therapie, der lösungsfokussierten Arbeit und der Hypnotherapie (siehe
S. 71 und 368), haben Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd eine
geniale Verbindung zwischen den unterschiedlichen Ansätzen geschaffen
und sie durch eigenständige Neu- und Weiterentwicklungen als Strukturen
ins Bild gesetzt.
Was macht die Systemischen Strukturaufstellungen zu einem attraktiven
Beratungsansatz?
Die Vielfalt der Strukturaufstellungsformate und eine klare Grammatik
bilden einen sicheren Hintergrund für die Arbeit mit Systemen jeglicher
Art.
Wir haben die Möglichkeit, die Struktur von Systemen zu beleuchten
und auf unterschiedlichen Ebenen zu betrachten (siehe S. 33 und
417).
Die systemischen Grundsätze, so wie sie von den Gründern der Methode
weiterentwickelt und zum Teil neu definiert wurden, geben uns ein
gutes Leitsystem und verstehen sich nicht als »Regeln«, die eingehalten
werden müssen, sondern als passende Handlungsmöglichkeiten, die
der Verbesserung der Situation dienen (siehe S. 39).
In einer Haltung, in der wir »GastgeberInnen« des Prozesses und nicht
»MacherInnen« sind, verpflichten wir uns der vielgerichteten Parteilichkeit
(siehe S. 321) und der Absichtslosigkeit. Das heißt auch, dass
wir uns keine Vorstellungen über ein »richtiges« Ergebnis unserer Beratung
machen, weil es »richtig« und »falsch« in diesem Ansatz so nicht
gibt (siehe S. 386).
Unsere KundInnen und KlientInnen sind – ganz im Sinne der lösungsfokussierten
Arbeit – ExpertInnen für ihr System und wir gehen davon
aus, dass ihnen schon alle Möglichkeiten zur Klärung ihres Anliegens
zur Verfügung stehen. Unsere Aufgabe ist es, diese Möglichkeiten mithilfe
ihrer »Expertise«, also dem Wissen über das Problem und die
schon vorhandenen Ressourcen, herauszufinden.
Wir machen uns keine starken Hypothesen darüber, welches Strukturaufstellungsbild
wir im Raum sehen und welche Hintergründe zu dieser
Frage auftauchen werden. »Hypothesen sind wie Vögel, die deinen
Kopf umkreisen, doch erlaube Ihnen niemals, dass sie in deinem Haar
Nester bauen«, meint Matthias Varga von Kibéd in Umwandlung eines
Satzes von Tschuang-tse. Diese Enthaltsamkeit hat den Vorteil, dass wir
durch unsere »Vorurteile« das Bild nicht einschränken oder falsch deuten
(siehe S. 341).
Der Prozess des »Bilder in den Raum«-Stellens ist kein intellektueller,
bei dem unsere KlientInnen »darüber nachdenken«, was sie darstellen
möchten. Im Gegenteil: Wir fördern das intuitive Aufstellen durch sogenannte
»tranceinduzierende Gedankenunterbrechungen« aus der
Hypnotherapie (z.B. durch Veränderung der Stimme und gezielte Pausen
beim Sprechen), die es leichter machen, »aus dem Kopf herauszugehen
« (siehe S. 368).
Wir glauben nicht, dass »objektive« Tatsachen erkannt werden können,
daher gibt es auch nicht »das richtige« Aufstellungsbild. Wir betonen,
dass das jeweilige Bild ein Ausschnitt, »Fokus« (siehe S. 359), aus der
Perspektive unserer KlientInnen und niemals das objektive Gesamtbild
einer Situation ist. Das hilft uns auf der einen Seite, das Anliegen unserer
KlientInnen immer im Auge zu behalten, auf der anderen Seite
wissen wir auch immer, dass es den sogenannten »Rest der Welt« gibt
(siehe S. 392). Wir gehen davon aus, dass wir immer die Möglichkeit
haben, unser Weltbild neu zu konstruieren. Wie diese Konstruktion
aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Daher gibt es bei uns auch
nicht »das richtige Lösungsbild« (siehe S. 386).
Wir verzichten daher auch auf Zuschreibungen von Eigenschaften im
Sinne von: »Ein Systemelement IST so oder so.« Wir beobachten lediglich
Relationen, Strukturen, Kontexte und Dynamiken, in denen sich
ein Systemelement so oder so verhält. »Eigenschaften sind Gäste, die
ein Zimmer bei uns beziehen« (MVvK, mdl.).
Wir bitten unsere KlientInnen um Kooperation während der Strukturaufstellung
und bleiben in ständigem Blickkontakt mit ihnen. Wir
freuen uns über Vorschläge, Fragen, Wünsche, Umformulierungen.
Auf diese Weise verlieren wir auch während der Strukturaufstellung das
Anliegen der KlientInnen nicht aus den Augen und gelangen zusätzlich
zu hilfreichen Informationen.
In der Systemischen Strukturaufstellung geht es nie um die Darstellung
von absoluten Werten, sondern um Unterschiedsbildung im Sinne von
Veränderung in Richtung Lösung. Das aufgestellte Bild ist also eine Externalisierung
eines inneren Bildes unserer KlientInnen, das wir so verändern
können, dass sich die RepräsentantInnen des dargestellten Systems
danach meist wohler fühlen.
Die Frage nach Unterschieden macht es uns möglich, auf Deutungen
und inhaltliche Zuordnungen weitgehend zu verzichten. »Es ist wichtiger,
dass ein Prozess stattfindet, denn Veränderung geschieht durch
Erfahrung, nicht durch Deutung« (ISp/MVvK, mdl.). In diesem Sinne
ist das Erleben von Lösungsbildern ein wichtiger Teil der möglichen
Veränderung. Die Deutung kommt, wenn überhaupt, von unseren KlientInnen.
Wir gehen davon aus, dass das System, wenn inhaltliche Informationen
für unsere KlientInnen wichtig sind, sie zum passenden
Zeitpunkt freigibt und »die Nachricht zu ihnen kommt«. Manchmal
wollen uns KlientInnen zu einer Deutung motivieren. Wir entziehen
uns dieser Versuchung, weil es dabei zu starken Fehlinterpretationen
kommen kann, die zum Teil auch Schaden anrichten können.
Wir fördern die Mehrdeutigkeit von Bildern, indem wir abstrakte Formen
wählen können, die gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen
wirken können. Es können Familienmitglieder, Organe, Mitglieder
eines Unternehmens »verdeckt« gleichzeitig angesprochen werden. Die
Lösung kann so auch auf mehreren Ebenen wirksam werden (siehe
S. 423).
Die ausgeprägte Lösungsfokussierung der Systemischen Strukturaufstellungen
hat den Vorteil, dass sich »der Aufenthalt in der Problemzone
« bewusst möglichst kurz gestaltet. Wir stellen auch immer die lösungsfokussierte
Frage: »Was ist gut, was kann so bleiben?«. Wir stellen
Ressourcen, Ziele und das Wunder und andere, meist freie Elemente,
zur Unterstützung des Prozesses auf.
Wir verzichten auf die negative Deutung von Abweichungen von sogenannten
Standardanordnungen des Aufstellungsbildes (siehe S. 322).
Aus der Praxis der Aufstellungsarbeit haben sich Anordnungen von sogenannten
»Standardbildern« ergeben – also wer steht rechts, links, was
bedeutet dahinter, davor, einander gegenüber usw. Diese Ideen können
uns helfen, Handlungsmöglichkeiten zu verfolgen, wie günstigerweise
umgestellt werden kann. Daraus abzuleiten, dass eine Verbesserung nur
dann möglich ist, wenn die Anordnung diesen »Regeln« folgt, widerspricht
der kurativen Auffassung der Systemischen Strukturaufstel-
lungen. Abweichungen von Standardordnungen können in der Vielfalt
der Möglichkeiten, was als heilsam erlebt wird, manchmal günstig
sein.
Wir betrachten Handlungen nicht als kausal bedingt. Systeme sind aus
der Sicht von SySt für Menschen praktisch niemals kausal erklärbar,
weil stets zu viele Faktoren eine Rolle spielen. »Zu glauben, wir wüssten,
was die ›objektive Wirklichkeit‹ bei einem Problem ist, würde bedeuten,
dass wir annehmen, dass eine objektive Wirklichkeit erkennbar
ist.« (ISp/MVvK, mdl.).
Wir haben die Möglichkeit, mit der sogenannten kataleptischen Hand
(siehe S. 374) zahlreiche Interventionen und Tests durchzuführen und
können dadurch sowohl genauer, als auch effizienter arbeiten.
Wir können jederzeit systematisch ambig arbeiten, das bedeutet, dass
wir mehrere Systemebenen gleichzeitig ansprechen können, ohne sie
explizit benennen zu müssen. So kann ein Ritual mit dem Vorgesetzten
manchmal ebenso z.B. implizit als Ritual mit dem Vater verstanden
werden, also etwa: »Ich anerkenne jetzt, dass du vor mir da warst.«
Oder noch knapper: »Du vor mir, ich nach dir« (siehe S. 421).
Das sogenannte »Pacing«, bei dem wir auf die Sprache und die Wortbilder
unserer KlientInnen eingehen, gehört ebenso zur Strukturaufstellungsarbeit
wie die Verwendung von positiven hypnotherapeutischen
Induktionen (siehe S. 368).
Wir verzichten auf Provokation und auf das Abbrechen von Aufstellungen
und folgen der Arbeitsweise von Virginia Satir, die sich dem
liebevollen Umgang mit KlientInnen verschrieben hat. Wenn es so
scheint, dass es an einer Stelle jetzt nicht mehr weitergeht, vertrauen
wir darauf, dass unsere KlientInnen, KundInnen, ob bewusst oder unbewusst,
im – für sie passenden Tempo – ihren ureigensten Weg gehen.
Wir können dann zum Beispiel sagen: »Und in diesem Augenblick
ist dies vielleicht der nächste passende Schritt.« Auch eine
Neuverhandlung des Kontrakts ist möglich, bei dem im Konsens mit
der Klientin, dem Klienten entschieden wird, später oder in einer
Einzelsitzung das Thema wieder zu beleuchten. Ein Strukturaufstellungsbild
ist für uns niemals eine abgeschlossene Handlung, sondern
ein »Bild, das wir einrollen können, es mit nach Hause nehmen und
uns überraschen lassen können, wie es sich weiterentwickelt hat,
wenn wir es nach einiger Zeit wieder ausrollen und betrachten«
(MVvK, mdl.).
Wir gehen davon aus, dass unsere KlientInnen grundsätzlich kooperativ
und mit ihrer eigenen Weisheit ausgestattet sind, und betrachten
Widerstand als nützlichen Hinweis des Systems, dass wir z.B. etwas
übersehen haben oder zu schnell vorgegangen sind. Auch in dem Sinne,
dass es an manchen Stellen dem System mehr dient, nicht zu pushen
und weiterzuarbeiten, sondern kleinere, und damit »besser verdauliche
« Schritte zu gehen.
Die Möglichkeit der vollständig verdeckten Arbeit ohne jeden Inhalt
macht es uns möglich, selbst mit sehr heiklen Themen zu arbeiten; insbesondere
kann so die Schweigepflicht sorgsam gewahrt werden. Wir
können auch das Vorinterview ohne jedes inhaltliche Wissen durchführen.
Was wir brauchen, ist das Anliegen und die Anzahl und Reihenfolge
oder hierarchische Zuordnung der Systemmitglieder, die von
den KlientInnen nur mit Buchstaben benannt werden können. Das bedeutet,
dass wir die Fragen stellen, z.B. »Und wer gehört noch dazu?
Und gehört noch jemand anderer dazu? Und gibt es noch jemanden,
der Ihnen an dieser Stelle einfällt?« usw. Die Antworten finden nur im
Inneren unserer Klienten statt und werden mit einem Buchstaben versehen.
Wir haben dann einen Systemausschnitt, z.B. eines Unternehmens,
im Bild, die RepräsentantInnen können wir mit A, B, C usw. anreden
(siehe S. 423).
aus dem Buch
Renate Daimler
BASICS DER SYSTEMISCHEN STRUKTURAUFSTELLUNGEN
Eine Anleitung für Einsteiger und Fortgeschrittene
Mit Beiträgen von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd
448 Seiten. Mit Illustrationen von Matthias Varga von Kibéd.
Gebunden. 26,95 €
30787_Daimler_001_448.indd 449 25.08.2008 11:24:30

